Duathlon WM Standartdistanz - Saisonhöhepunkt 

 

Endlich war es soweit, mein erster internationaler Wettkampf stand an! Im Vorfeld wurde die Vorfreude durch die Nervosität und den Stress teilweise etwas gedämpft. Umso mehr war ich erleichtert, als ich im Flieger nach Spanien sass und das Abenteuer "Duathlon WM" beginnen konnte. Die Tage vor dem Rennen verbrachten wir mit der Nationalmannschaft in einem Hotel, rund zwei Kilometer vom Wettkampfgelände entfernt. Wir machten noch ein paar ruhige Dauerläufe, eine kurze Vorbelastung auf dem Rad und fokussierten uns vollkommen auf das Rennen vom 06. November

Am Wettkampftag gingen wir vor dem Frühstück uns 20 Minuten mit einem lockeren Lauf die Beine vertreten. Anschliessend frühstückten wir, packten unsere Rucksäcke, tattoowierten uns die Startnummern (international gibt es keine Startnummer für ans Shirt, sondern Tattoo's mit den Startnummern) und lagerten die Beine bis um 14:30 Uhr hoch. Um 14:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Wettkampfgelände. 
Das Warm-Up fiel leider sehr kurz aus. Da wir bereits 15 Minuten vor dem Start in der Wechselzone einstehen mussten, fehlte mir die Zeit ein gründliches Warm-Up durchzuführen. Jeder Athlet wurde anschliessend einzeln aufgerufen. Dies war eine sehr coole Erfahrung, jedoch hätte ich diese Zeit anders nutzen können. 
Pünktlich um 16:10 Uhr ging es dann los. Und wie es los ging. Schnell, sehr schnell. Erster Kilometer 3:07, zweiter Kilometer 3:15. Ich wusste, dass ich diese Pace niemals über 10 Kilometer durchhalten kann. Entsprechend lief ich von Kilometer zwei mit ein paar anderen Athleten meinen eigenen Rhythmus. Die ersten 10 Kilometer absolvierte ich in 34 Minuten 09 Sekunden. Dies bedeutet für mich neue Bestzeit. 
Leider dauerte mein Wechsel auf das Rad  zu lange. Dadurch verpasste ich eine Velogruppe. Da in diesem Rennen drafting (Windschattenfahren) erlaubt war, wäre eine Velogruppe enorm wichtig gewesen. So musste ich die sechs Runden à 6.6 Kilometer  grösstenteils alleine fahren. Die vielen Kurven und 180-Grad-Wendepunkte machten ein rhythmisches Fahren unmöglich. Entsprechend war ich froh, als ich vom Rad steigen konnte um mich auf die letzten 5 Kilometer zu machen. Diese lief ich nicht mehr auf All out, lieber finishte ich das Rennen sicher und gesund. Nach  1h 57min 42 sek erreichte ich das Ziel auf dem 19. Rang in der U23 Kategorie und auf dem 42. Rang in der Elitekategorie.

Durch einen schnelleren Wechsel in der Wechselzone wäre sicherlich viel mehr möglich gewesen. In einer Velogruppe hätte ich meine Kräfte besser schonen können und andere Gegner einholen können. Meine Aufgabe für den Winter lautet also nun klar und deutlich "Wechselzone trainieren!". 

Alles in allem  bin ich aber zufrieden mit meiner Perfomance. Es war eine grosse Ehre für die Schweiz zu starten und ich konnte enorm viel lernen. Nun werde ich zwei Wochen "Off-Season" geniessen und mich physisch wie auch psychisch von der Saison erholen. Ende November starte ich wieder ins Training für die Saison 2022. 


Duathlon WM: 1h 57min 42sek / 19. Platz U23, 42. Platz Elite


Formtest am Grand Prix von Bern

 

Ein Jahr ohne GP in Bern ist für mich als Berner wie ein Jahr ohne Fassnacht für Basler:innen. Entsprechend freute ich mich sehr, dass der Traditionslauf nach einem Jahr Pause zurück im Programm war. 

Nach zwei guten Trainingswochen als Aufbau zur Duathlon WM war der GP Bern ein super Formtest. 

Die Zeit bis zum Startschuss versuchte ich einigermassen aktiv zu verbringen. Da in Aviles der Start ebenfalls erst um 16:10 Uhr sein wird, versuchte ich ein strikte Protokoll durchzuführen, welches ich auch in Spanien anwenden kann. Ein wenig Yoga, Stretching sowie gut Essen stand auf dem Programm und ich fühlte mich auch am späteren Nachmittag bereit anzugreifen.

Den ersten Kilometer lief ich in 3Min08 tendenziell zu schnell. Dies war jedoch geplant, da ich mich bereits im Aargauerstalden wieder ein wenig erholen konnte.  Durch die Altstadt und das Mattenquartier suchte ich meinen eigenen Rhythmus. Im "Steihölzliwald" versuchte ich kurz an und über das Limit zu gehen, um mich anschliessend nach dem Thunplatz in der Abwärtspassage wieder ein wenig zu erholen. Von Kilometer 11 an verspürte ich hauptsächlich nur noch Schmerzen. Ich war mich allerdings bewusst, dass meine Zeit sehr schnell werden kann. Dies motivierte mich und trug mich förmlich durch den Rosengarten ins Ziel. Bei der Überquerung der Ziellinie stoppte die Zeit bei 56Min 55 Sekunden! Mein Mindestziel war unter einer Stunde zu laufen. Dass es nun sogar unter 57 Minuten gereicht hat freut mich umso mehr. Auch gibt mir diese Zeit enorm viel Selbstvertrauen hinsichtlich der Duathlon WM. 

 

GP Bern: 56Min55Sek / 7. Platz M20, 12. Platz Overall


Selektion U23 Duathlon WM Standartdistanz

 

Nachdem ich dachte, dass die Duathlonsaison mit dem Rennen in Zofingen vorbei war, erhielt ich die erfreuliche Nachricht vom Nationalcoach, dass ich für die U23 Duathlon WM selektioniert wurde. Somit geht es für mich mit der Nationalmannschaft Anfangs November nach Aviles (Spanien). Das Männerrennen findet am 06. November um 16:00 Uhr statt und geht über 10 - 40 - 5 km. 

 
Ich freue mich sehr über die Selektion und die damit verbundene Chance erste internationale Erfahrungen zu machen! 
Nun gilt es nochmals sechs Wochen gut zu trainieren um mit einer Topform am Start zu stehen. 

 

Weitere Informationen gibt es unter: https://aviles.triathlon.org/

 

 


Blüemlisalp Louf - gutes Trainingsrennen 

 

Eine Woche nach dem Powerman in Zofingen startete ich am Blüemlisalp Louf. Dieser führt von Reichenbach im Kandertal via Keintal auf die Griesalp. Die Strecke ist 16 Kilometer lang und beinhaltet rund 800 Höhenmeter. 
Die Tage nach dem Powerman ging ich sehr entspannt an. Ich absolvierte auf dem Rad ein paar ruhige Einheiten und vertrat mir die Beine bei ein paar lockeren Dauerläufen. Ganz erholt war ich trotzdem nicht, als um 10:15 der Startschuss erklang.
Trotz den müden Beine wollte ich ein aktives und schnelles Rennen absolvieren. Im ersten Anstieg nach rund zwei Kilometer fand ich mich in der ersten Verfolgergruppe wieder. Die Gruppe war 4-Mann stark und harmonierte lange sehr gut. Kurz vor dem sehr steilen Anstieg nach Kiental gelang es mir die Gruppe zu sprengen und mich abzusetzen. Leider konnte ich die Pace nicht halten und wurde von zwei Läufern wieder eingeholt. Kurz vor dem letzten Anstieg vom "Tschingelsee" auf die Griesalp konnte sich ein Läufer aus unserer Gruppe absetzten und einen Vorsprung von rund 30 Sekunden herauslaufen. Ich versuchte gleich zu Beginn der Schlusssteigung zu attackieren und den 5. Platz zu sichern. Die angestrebte Pace konnte ich zwar nicht durchziehen, jedoch konnte ich mich auf dem 5. Platz behaupten und erreichte das Ziel nach 1h12min23sek. Dies reichte Overall für den bereits erwähnten 5. Platz und in der Kategorie für den 4. Platz. 

 

Blüemlisalp Louf: 1h12min23sek / 4. Platz M20, 5. Platz Overall


Powerman Zofingen - mein Lieblingsrennen 

 

Nachdem ich Anfangs September einen Leistungstest beim Nationalcoach Cameron Lamont absolvierte, welcher mich nicht sehr zufrieden stellte hatte ich an der Schweizer Meisterschaft in Zug über die Standart Distanz (10 - 40 - 5 km) einen sehr schlechten Tag erwischt. Geplagt von Krämpfen und schlechten Beinen auf dem Rad konnte ich meine Form nicht unter Beweis stellen. Entsprechend hungrig auf Revanche war ich eine Woche später in Zofingen. Die hüglige Strecke (Distanz 10 - 50 - 5 km), sowie das  Ambiente in Zofingen mag ich sehr! Bereits am Anfang der Woche wurde sehr garstiges und kaltes Wetter für den Wettkampftag gemeldet. 
Am Start war es noch trocken, doch bereits nach 5km begann es zu regnen. Ich lief von Anfang an eine sehr hohe Pace und bewegte mich erneut nah am Leistungsmaximum. Durch einen starken ersten Run konnte ich auf dem dritten Platz Overall auf das Rad wechseln. Dort schlug ich sofort einen hohen Rhythmus an, konnte den 2. Platzierten abschütteln und versuchte die Lücke nach vorne zu schliessen. Leider gelang mir dies nicht, im Gegenteil, von hinten wurde ich von zwei sehr starken Fahrradfahrern überholt. Ich liess mich jedoch nicht beirren und fuhr weiter meinen Rhythmus. In den Abfahrten wurde es richtig kalt und ich war froh das ich nach rund 80 Minuten vom Rad steigen konnte. Der zweite Run war brutal steil, anspruchsvoll und hart. Die Lücke nach vorne konnte ich leider nicht mehr schliessen. Somit lief ich als 4. Overall über die Ziellinie. Mit dem Resultat bin ich super zufrieden! Ich konnte nochmals zeigen, dass ich mich in einer guten Form befinde und auch mit schlechten Bedingungen zurecht komme. 


Uri Duathlon - Schweizermeisterschaft Sprintdistanz 

 

Letzten Sonntag stand endlich der erste Duathlon der Saison an. Es ging nach Seedorf, ins schöne Urnerland. Dort wurde die Schweizermeisterschaft über die Sprintdistanz (5 - 20 - 2.5 km) ausgetragen. Das Training lief nach meiner Zwangspause sehr gut und ich stand mit einem guten Gefühl an der Startlinie. 
Der erste Run war erwartungsgemäss sehr schnell und nahe am Leistungslimit. Ich fand einen guten Rhythmus in einer 4er-Gruppe und wechselte nach rund 16Min30sek auf das Rad. Dort wurden die Regeln bezüglich des Windschattenfahrens leider nicht immer eingehalten. Es bildete sich eine grössere Gruppe, welcher ich auch mit grossem Aufwand nicht entwischen konnte. Nach rund 10 Kilometer entschied ich mich deshalb dazu, die Beine für den zweiten Run zu schonen. Nach ein wenig mehr als 30 Minuten wechselte ich leider nicht optimal und verlor den Anschluss an die Spitze meiner Gruppe. Ich kämpfte mich durch die 2.5km und erreichte das Ziel schlussendlich als vierter in meiner Kategorie (M20-24). Damit bin ich grundsätzlich zufrieden. Jedoch wäre mit einem besseren zweiten Wechsel der Sprung auf das Podest möglich gewesen. 


Wiedereinstieg ins Training

 

Aufgrund eines gesundheitlichen Problems musste ich kurz nach dem Zeitfahren im Krauchtal eine leichte Pause vom Training nehmen. Diese wurde durch meine Semesterprüfungen ein wenig verlängert. Solche Trainingsunterbrüche sind nie wünschenswert und meist ungemütlich. Jedoch weiss ich, dass die Entwicklung als Athlet nicht nur linear nach oben geht.  Nun sind alle Prüfungen vorbei, ich fühle mich wieder fit und bin motiviert anzugreifen. 
Seit letztem Montag befinde ich mich wieder im Aufbautraining hinsichtlich der Schweizer Meisterschaft vom 15. August in Uri. 
Ich setzte alles daran an diesem Tag in der besten Form an der Startlinie zu stehen und ein gutes Ergebnis zu erzielen! 


Zeitfahren Krauchtal

 

Am Sonntag dem 2. Mai stand endlich wieder einmal ein offizieller Wettkampf auf dem Programm. Ein Zeitfahren über 17.5 Kilometer im Krauchtal (Boll). Der erste Teil der Strecke ist meist flach, der zweite Teil dann steigend mit Rampen bis zu knapp 10%. 
Mein Ziel war es meine gute Radform zu bestätigen und mit dem neuen Zeitfahrrad ein erstes gutes Wettkampfgefühl zu gewinnen. 
Beim Einfahren regnete es noch leicht, allerdings konnte ich dann bei trockenen Bedingungen starten. Das Gefühl war während des ganzen Rennens ziemlich gut und ich konnte Druck auf die Pedale ausüben. Nach gut 28 Minuten erreichte ich das Ziel. Damit platzierte ich mich in meiner Kategorie auf dem dritten Platz. 


Testwoche März/April

 

Nach einem intensiven und qualitativ gutem Winter stand Ende März resp. Anfangs April eine Testwoche an. Am Dienstag absolvierte ich auf dem Rad den PPD-Test. Dieser läuft wie folgt ab:
- 20 Sek All-Out Sprint

- 3min All-Out

- 6min All-Out

- 12min All-Out

Den Test absolvierte ich auf dem Strassenrad an drei verschiedenen Steigungen. Anhand der Watt- und Pulsdaten konnte mein Trainer anschliessend die Ergebnisse auswerten. Durch das Programm erhielten wir genaue Angaben, wie hoch meine Vo2Max (maximale Sauerstoffaufnahme), meine VLamax (Laktatbildungsrate) und meine Schwelle ist. Obwohl ich mich während des ganzen Tests nicht sehr gut fühlte und nicht die Wattwerte fuhr, welche ich mir vorstellte, ist das Ergebnis sehr befriedigend! Mit nur 6 Stunden Radtraining pro Woche habe ich Werte erzielt, mit denen ich mit einigen Radfahrern ohne Problem mithalten kann. Wieder einmal gilt also: Qualität vor Quantität. 


Drei Tage nach dem PPD-Test ging es auf die 400m-Bahn im Lachenstadion in Thun. Dort drehte ich 12.5 Runden (=5km). Drei Kilometer lang pacte mich mein Trainer, was mir sehr halft, da ich dadurch meine Kräfte richtig einsetzen konnte. Zum Schluss reichte es für eine Endzeit von 16 Minuten 46 Sekunden. Formmässig bin ich sicherlich  noch nicht auf dem Höhepunkt, jedoch zeigt dieser 5km-Lauf, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.